In diesem Jahr hatte ich meine erste (und hoffentlich nicht die letzte) Fotoausstellung. Dafür habe ich Collagen angefertigt und auf 60 x 80 cm Leinwand aufziehen lassen. Die kann ich Euch natürlich nicht live zeigen, dafür aber kleinere Bilder davon. Nur die Zeulenrodaer Stadtgesichter gab es nicht in der Ausstellung, die sind zu jung…

Letztlich habe ich wunderbar duftende Blätter von Heckenrosen gesammelt. Nur leider hält der Duft nicht lang und getrocknet riechen die Blätter auch wieder anders. Also habe ich ein kleines Experiment gestartet.

Blätter ab in den Gemüsedämpfer und destilliertes Wasser drunter.

Rosentopf

Rosentopf

In die Mitte habe ich noch eine kleine Schüssel gestellt und dann – tata – Deckel drauf aber verkehrt herum und alle Löcher schön abdichten.

Rosentopf mit Deckel

Rosentopf mit Deckel

Nun wird geheizt aber schön vorsichtig. Duftstoffe sind empfindlich. Bald schlägt sich der Wasserdampf am Deckel ab, läuft zur Topfmitte und tropft in das Schälchen darunter. Damit der ganze Vorgang intensiver wird und schneller geht (wegen der guten Duftstoffe) habe ich auf den Deckel von oben Eis drauf gelegt.

Rosentopf mit Deckel und Eis

Rosentopf mit Deckel und Eis

Nun lief das destillierte Wasser flink ins Schälchen und meine Rosenblätter waren bald ausgelaugt. Den ganzen Vorgang habe ich fünfmal wiederholt und am Ende? Hatte ich ein wunderbar duftendes Hydrolat –

Rosenwasser

Rosenwasser

feinstes, weil selbst hergestelltes Rosenwasser.

Leider leider könnt ihr nicht daran riechen aber – die gute Nachricht – ihr könnts ausprobieren. Das funktioniert nicht nur mit Rosenblättern sondern auch mit vielen Kräutern. Als nächstes ist bei mir Schafgarbe dran und natürlich die Melisse, ideal als Grundlage für selbst designte Parfüms. Gefällt Euch mein Vorschlag oder habt ihr noch eine gute Verbesserungsidee? Scheut Euch nicht mir zu schreiben ;-).

Letzlich habe ich aus Kernseife, die bei Basteleien übrig geblieben ist, neue Seife gegossen. Nun rochen die Stücke zwar schön, sahen aber nicht so toll aus. Also habe ich beschlossen die Seifen einzufilzen. Das will ich Euch vorstellen.

Ihr braucht: Seife :-), Warmes Wasser, Filzwolle, Isolierfolie (die so schön ploppt) und Zeit

Material zum Einseifen

Als erstes schneidet Ihr die Seife in handliche Stücke.

die geschnittene Seife

Ihr such Euch ein schöne Stück kardierte Filzwolle, zieht sie so auseinander, dass ein Viereck entsteht. das Viereck legt Ihr auf Eure Unterlage. Nun nehmt Ihr noch ein Stück Wolle zieht es wieder auseinander und legt es mit der Faserrichtung um 90° gedreht auf das erste Sück Wolle. Nun kommt die Seife darauf und wird schön in die Wolle eingepackt.

die eingepackte Seife

Nun befeuchtet Ihr die Wolle mit dem warmen Wasser und drückt sie an die Seife. Taucht die Seife nicht ins Wasser ein, das ist zu viel Wasser, sondern tröpfelt mit den Fingern auf alle Seifenseiten Wasser. Wenn die Wolle etwas an der Seife anliegt, könnt Ihr mit einer anderen Wollfarbe ein Muster auflegen. Vergesst dann nicht, noch einmal Wasser aufzuträufeln.

Seife mit Wolle umwickelt und farbig gestaltet

 

Wolle mit Wasser beträufeln

Nun drückt Ihr die Wolle so lang an die Seife, bis Ihr das Gefühl habt, dass die Wolle schon etwas anhaftet. Ihr könnt auch mit einem Finger an den ganz lockeren Stelle reiben, bis die Filzwolle nicht mehr auseinander rutscht. Dann gehts los. Ihr nehmt die Seife und reibt sie über die Folie bis die Filzwolle richtig fest ist. Dabei wendet ihr die Seife immer wieder, sodass alle Seiten schön fest werden. Vergasst dabei die Ecken nicht! Solltet ihr zu viel Seifenschaum auf Eurer Folie haben, spült einfach die Seife unter fließendem warmen Wasser ab und wascht den Schaum aus. Ihr könnt auch die Folie abwaschen.

Seife beim Rubbeln

Wenn die Wolle fest mit der Seife verbunden ist spült ihr sie unter warmem Wasser ab und legt sie zum Trocknen an eine warme Stelle (Darf auch die Heizung sein). Vergesst nicht ein Tuch unterzulegen. Eure Seife ist fertig und sieht chick aus!

die fertige Seife

Und noch ein Tipp: Wenn euch die Filzwolle mit Eurem Muster zu sehr rutscht und Ihr Löcher in die Wollschicht bekommt, könnt Ihr die mit Filzwolle umwickelte, trockene Seife in einen Nylonstrumpf stecken und in diesem „Säckchen“ filzen.

Und so sieht es aus nach drei gehörten CDs, 10 °C mehr in der Küche und Unterarmen wie Popey.

So viel Seife :-)

Meine zweite neue Leidenschaft, die schon länger anhält, ist das Räuchern zur Räumbeduftung und zur mentalen Arbeit.

Es liegt ein sammelintensiver Sommer hinter mir und die Schränke sind voll mit duftenden Kräutern. Im Moment entwerfe ich themenabhängige Räuchermischungen und probiere viele altertümliche Rezepte aus.  Die ägyptischen Kyphis begeistern mich gerade besonders. Über einen recht langwierigen Prozess des Mischens und Ruhens entsteht ein feinduftendes, fast balsamisches Räucherwerk … hmmm.

Ein weiteres Rezept, das gerade ansteht, sind japanische Nerikos. Der erste Veruch ist gescheitert, eine der Grundsubstanzen ist mir schlecht geworden. Nächste Woche geht’s auf zum zweiten Versuch.

Aber damit ihr Euch vorstellen könnt, was ich meine gibts hier erstmal ein paar Bilder. Lasst Euch neugierig machen!

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Lange gab’s nichts Neues hier. Das liegt aber nicht daran, dass ich nichts getan hätte, nein, ich bin in diesem Jahr handwerkelnd und sammelnd unterwegs gewesen.

Als Erstes möchte ich Euch ein altes Handwerk vorstellen, das mich im Moment total begeistert. Es ist das Nadelbinden oder kurz das Nadeln.

Anders als beim Häkeln oder Stricken, werden hier Fäden nicht über Schlaufen sondern über Knoten miteinander verbunden. Das hat den Vorteil, dass, selbst wenn einmal ein Loch ins Gewerke kommt, nicht Alles aufdröselt. Außerdem geht das Nadelbinden recht schnell, wenn man einmal den Anfang begriffen hat. Aber nun ganz von vorn.

Ich war letzlich ruhesuchend im Wald unterwegs. Der erste Schnee hatte für jeden Menge Bruch gesorgt und so lagen auch viele große Bäume umgebrochen da. Ich wollte schon im letzten Jahr mit dem Nadelbinden beginnen, bin aber nicht dazu gekommen. Als ich das Bruchholz sah, entdeckte ich viel Holzsplitter davon stehen und dacht mir, dass das ideale Nadeln wären. Also, schnell das Taschenmesser gezückt, und innerhalb von 15 Minuten war die erste Nadel fertig.

Da meine Tochter gerade fingerstrickt und Wolle brauchte hab ich mir in einem Handarbeitsladen, verfilzbare Wolle mitgenommen und schon konnte es losgehen.

Es dauerte, eh ich begriffen hatte, wie ich die Knoten mit der Nadel knüpfen sollte aber nach dem ersten Probestück hatte ich schnell Erfolg. Schaut’s Euch an!

Die Nadeln zum Nadelbinden!

Und hier die Ergebnisse meiner ersten Nadelbinde - Versuche :-)